Kapitel 5: Mein Sprech | Dein Sprech

...oder die berühmten 5 Minuten 😱

 

Kommen wir vom Sehen zum Mund – sukzessive Sprechorgan und die Ergebnisse.

Lange wissen wir, dass Sprache zwischen Frau und Mann komplett auseinanderdriften wie Donald Trump und Twitter Abstinenz. ( Ja, ich weiß,… aber ich wollte auch mal trumpen).

Warum? Also nicht trumpen, sondern: WARUM driftet die Sprache?

Rufen wir uns jetzt nochmal die Hirnstruktur und das Sehen zurück,  wird klar – da kann die Einheit beim Ausdruck oder den Aussagen nicht eintreten.

womans_brain
der feine Unterschied in Denken, Handeln , Fühlen

SIE bespricht Probleme, wenn sie auftauchen- gerne auch mal , BEVOR sie auftauchen. Am liebsten umgehend und mit mehreren Geschlechtsgenossinnen simultan. Per Telefon oder Kränzchen daheim – selbst fremde Toiletten eignen sich hervorragend zum Rat suchen oder geben.

ER schweigt. Er spricht nur, wenn er Probleme lösen kann. Mathematisch wäre das dann so oder ähnlich zu betrachten:

 

mensbrain_womansbrain
der feine Unterschied in Denken, Handeln , Fühlen

#Problem =+ Lösung =+ Kommunizieren = Ruhe !

 

#Problem = -Keine Lösung = Mund halten = Warten

 

Warum ist das so? Weil wir von klein auf trainiert werden, genau das zu tun.

Denn eines ist Fakt: wir kommen nicht mit „gendered brains“ zur Welt, wie das die die US-Psychiaterin und Erfolgsautorin Louann Brizendine in ihrem 2006 herausgegebenen Buch "Das weibliche Gehirn" (2006) behauptet hat. Sie preist darin Einfühlsamkeit und andere Eigenschaften als ein natürliches Privileg des weiblichen Gehirns und hat natürlich eine hohe Fangemeinde.

Weiblich.

Vorzugsweise.

Ich würde mich diesen Geschlechterpumps auch gerne anziehen und damit herumstolzieren!

Wissenschaftlich ist das vollkommener Mumpitz, der auf wundersame Weise der Arbeitsgruppe des Cambridge-Forschers Simon Baron-Cohen entstammte und sich hartnäckig über unter anderem schillernden Namen wie den Harvard-Psychologen Steven Pinker und vielen weiteren Autoren hinweg fortpflanzte.

Sie wurde als Beweis für die größere soziale Zugewandtheit weiblicher Babys diagnostiziert, in dem man bei Neugeborenen ein lächelndes menschliches Gesicht mit einem bunten Mobile in Konkurrenz hängte. Wie die Mädchen nun länger auf das Gesicht sahen als die Jungen, war klar: Mädchen sozial. Junge logisch und technisch.

Kinder werden bereits im Mutterleib soziologisch geprägt – und nur der Vollständigkeit halber: Ein Fötus im Mutterleib entwickelt nach wenigen Wochen die Ohren und kann ab der ca. 20 Schwangerschaftswoche hören. Es beginnt die Stimme der Mutter zu erkennen.

Kleine Anmerkung: Alle Papas, bitte nicht böse sein, wenn sich euer Nachwuchs immer der Mama zuwendet – er erkennt eure Stimme nicht sofort. Das liegt daran, dass der Ton der Mutterstimme über die Beckenknochen übertragen wird und somit sehr nah am späteren Original auf der Welt ist.  Auch wenn ihr jeden Abend brav auf Mamas Bauch mit der neuen Hoffnung gesprochen habt, klingt ihr dumpf und völlig fremd nach dem Eintritt auf den Planeten.

Zurück zur Prägung: Wir färben unsere Sprache, wenn wir wissen, es wird Männlein oder Weiblein. Es gibt seltene Exemplare bei Muttertieren, die es partout nicht erfahren  wollen und sich bei der Untersuchung demonstrativ vom Monitor wegdrehen und auch die phantastischen 3-D Aufnahmen verweigern – sehr zum Ärger der schon im Vorfeld die Entourage bestellenden Großeltern, die eine „Genderparty“ nebst Invitation des Bundestages organisiert haben.

Ich wusste von Anfang an – ich bekomme einen Jungen. Das verriet mir mein Gefühl. Außerdem wollte ich immer einen Jungen. Ich konnte schon während meiner Kindheit so rein gar nix mit Mädchen anfangen. Die kreischten immer und kratzten. Jungs waren cooler und rauher. Ehrlicher!

Ich muss während meiner soziologischen Prägungsphase im Mutterleib genau an der Stelle mehr männliche Hormone abbekommen haben. Aber das besprechen wir in Ruhe in der Rubrik: Ist DNA schon auf der Gästeliste? Das habe ich schon mal angekündigt, ich weiß – aber ihr seid noch nicht so weit. Jetzt lenkt doch nicht dauernd ab!

Also, wo waren wir?

Sprachverhalten: Ich habe meinen Sohn von Anfang an geprägt, mehr oder weniger bewusst. Natürlich kann ich die Worte nicht mehr wiederholen, aber ich bin sicher, dass ich beim Streicheln über meinen dicken Bauch NICHT zu ihm gesagt habe: „ Und dann kaufe ich dir ein schickes Kleidchen und wenn du dann so ungefähr meine Größe hast und ich noch in shape bin, können wir ja zusammen Partnerstyle shoppen gehen.“

Sicher nicht.

Mal ganz davon abgesehen dass ich diese „Trilobal“ und „Jack Wolfskin“- Zwillinge, bei denen du von hinten meist nur durch den Größenunterschied sagen kannst, wer hier der Herr ist, immer argwöhnisch und leicht schaudernd wahrnehme.

Die Neurobiologin, Professorin am Department of Neuroscience der Chicago Medical School , Lise Eliot schrieb 2009 ein Werk, was in den  USA Aufsehen erregte: "Pink Brain – Blue Brain" (Houghton Mifflin Harcourt).

Auf dem Buchcover, schön bezeichnend und gar nicht manipulativ, ein kleiner Junge im hellblauen Pulli, Rücken an Rücken mit einem gleich großen Mädchen in Rosa.

Sind auch ihre Gehirne so unterschiedlich? Die Frage würde ins Holz der bereits erwähnten Schriftstücke hacken – aber im Untertitel stemmt sich Eliot gegen die populärwissenschaftlichen Bücher, in denen diese These vertreten wird:

"Wie kleine Unterschiede sich zu beunruhigenden Gräben auswachsen, und was wir dagegen tun können."

Frauen sind eben doch nicht von der Venus und Männer nicht vom Mars. Sicher gibt es kleine, neuronale Unterscheide in der Gehirnplastizität, aber wir sich alle „soft-wired“ – nicht „hard-wired“, wie uns die Wissenschaft der neuronalen Genderspalterei aufschwatzen wollte.

Wir seien zu verliebt in die "Mars-Venus-Philosophie", sagt die Neurowissenschaftlerin, die bei dem berühmten Gedächtnisforscher Eric Kandel in die Lehre ging. "Sex-Unterschiede sind eben einfach sexy. Ja, es gibt angeborene Unterschiede, doch wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass die Unterschiede sich durch unser Verhalten als Eltern oder durch die Inszenierung der Geschlechter in der Werbung und in den Medien vergrößern", sagt Eliot.

Ok, so weit so gut – und das bedeutet nun?

Unsere Sprach und Kommunikationsentwicklung ist gesteuert – beeinflusst, von Vorbildern geprägt und die sind eben vielfältig. Es gibt keine Prägung per se, es gibt keine typische Reaktion auf eine Aktion. Haltungen sind Erbschaften, aufgesetzte und erfahrene Muster.

Es gibt (Ab)Neigungen und Wünsche, Erfahrungen und Erwartungen, - wir sammeln mindestens 17 Jahre in unseren Rucksack von tausenden Eindrücken täglich – von denen unser Gehirn gott-sei-dank mindestens 85% hausfiltert und als irrelevant im Bewusstsein einstuft. Unterbewusst nehmen wir weitaus mehr wahr und werde dadurch beeinflusstà das berühmte „Deja-Vu“:

Du glaubst, dieses Situation, diesen Ort , diesen Menschen zu kennen und weiß doch: Kann nicht! Doch, kann: unterbewusst. Eventuell ist dir der Typ schon mal begegnet – die Region hast du eventuell mal als Kind befahren, oder alles zusammen spätestens im Fernsehen gesehen.

Dazu kommt noch eine andere wichtige Eigenschaft, die ich im Kapitel „Freizeit-Psychopathen und Lummerland-Zeugen“ (Arbeitstitel) näher beschreiben werde: Der Musterwahn deines Gehirns! ( ja – wir alle haben Boxen!)

Das ist das Kochbuch des Deja Vu.

Mein innerlicher Darwin glaubt nicht, mein innerlicher Zen-Mönch will an Re-Inkarnation oder frühere Leben festhalten. Da ich aber hier darwinistisch bleiben will:

Nein – gibt’s nicht. Alle, die sich angeblich daran erinnern können, irgendwann zu Zeiten König Ludwigs des 14 am Hofe unter Flohpuderperücke und eng geschnürtem Korsett in Sansouci lustwandelt zu haben, haben in Ihrer Kindheit einen Kostümfilm gesehen und davon geträumt, irgendwann Prinzessin zu sein. Punkt.

Radikal? Mag sein. Aber ich würde in diesem Fall so gerne mal Personen aus dem Jahr 1900 interviewen – ob die sich in Begebenheiten „re-inkarinieren“ die in den Zeitungen standen – oder Bewohner aus dem 17 Jahrhundert, waren die eventuell alle die Reinkarnation von Magellan (gest. 1521) oder Da Vinci (gest. 1519). Warum „re-inkarniert“ niemand in die Zukunft? Komisch, oder? Wenn Zeitreisen in die Vergangenheit möglich sind – zumindest geistig, warum dann nicht in die Zukunft? Oder ist nur das Geschehene eine Art Lichtmaterie, die einfach so im Raum wabert? Verkörpert sie sich aufgrund eines Reizes, eines Triggers, den eine ganz besondere Person von Würde auslöst?

Ach, ich schweife ab. Aber das ist typisch für ein versprengtes Hirn wie mich… ich hoffe, ihr seid noch bei mir!

Wir waren bei den 17 Jahren. So! Und nun überlegt – bevor ihr euren wirklich ernst zu nehmenden Lebenspartner kennen lernt seid ihr mindestens Mitte 30.

Ja, ich weiß, jüngere Generationen mögen jetzt erbost aufheulen – aber ,sorry guys, – so ist es.  Guckt euch die Scheidungs-Statistiken an.

Warum gibt es die Midlife – Crisis? Ich würde das Ganze lieber „Entwicklungsdepression“ nennen: der Mensch im Alter ab 40 will sich (weiter-/um-/ anders) entwickeln, weiß aber nicht wie. Und in dieser Unsicherheit versucht er nicht mal, den anderen mit einzubeziehen, sondern betrachtet die Frau eher als den Grund, warum das Leben so doof läuft, so unzufrieden macht. Wir sind eben genau so verdrahtet, die Umstände, notfalls andere Menschen für unsere Dog Days verantwortlich zu machen. Und wer liegt da geografisch näher als der Partner zu Hause. Und dann knallt es. Weil das Gegenüber über die Zeit mehr unterschwellige Vorwürfe abbekommen hat, als er/sie sollte. Weil man sich immer nur über Unzulänglichkeiten der Kinder, von einem selber, den Nachbarn, den (Schwieger)-Eltern, den TV-Kreaturen in ihrer scriptet Reality unterhalten hat.

Weil man das nie geübt hat, den Mann, den Partner in seinem Leben mitzunehmen – einzubinden, einen so wichtigen Bestandteil werden zu lassen, der sämtliche Gewohnheitsgrenzen sprengt. Und Beziehungsfähigkeit ist kein angeborenes Verhalten, genauso wenig wie Genetik, Vererbung, und/ oder Grundausstattung eines Menschleins.

Wer was anderes behauptet – lügt.

Beziehungs- und Bindungsfähigkeit ist Erziehungssache und wird dazu von Erfahrungswerten und der eigenen Schmerzgrenze bestimmt. Aber dazu an anderer Stelle mehr!

Es wurde alleine zu zweit gelebt. Also ist es doch einfach, zu gehen, weil doch für einen selbst immer mehr geht!

Wenn man nicht gelernt, hat miteinander zu wachsen. Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber erst ab einem Alter von Mitte bis Ende dreißig beginnt ihr, seelisch so sattelfest zu werden, dass ihr aufhört, an eurem Partner desolat herumzudoktorn! Glaubt mir - ich hab`s hinter mir!

Also, schließen wir dieses Kapitel mit etwas greifbaren, was euch eventuell hilft, verheiratet zu sein und euch nicht gegenseitig zu killen:

Frauen benötigen, benutzen, gebrauchen mehr Wörter als der Mann an sich. Tatsächlich sogar die doppelte Anzahl. DAS ist aktuell wissenschaftlich nachgewiesen, indem man Kleinkinder beim Spielen beobachtet hat. Lange Rede, kurzer Sinn: Mädchen quatschen mit allem: dem Spielzeug, dem Sand, der Puppe, den Eltern im anderen Raum, mit sich selber.

Jungs eher nicht – sie lassen Autos ineinander krachen , oder klopfen mit der Schaufel auf Blumentöpfe – schlicht: Machen Geräusche. Und gibt es der Gegenstand selbst nicht her, machen SIE die Geräusche. Oder habt ihr in gängiger Weise Mädchen gesehen, die mit einem Plastikflieger ( oder was es sonst sein soll) in der Hand durch die Bude rennen und sowas von sich geben wie:

Brrrrrooooaaaarrrrschhhssszziiinnnng… ööööööööäääähhhhn

Weiterer und letzter Fakt. Oder eher eine Bitte. Und ich richte mich an die Frauen – ganz explizit:

Wenn ihr mit eurem Mann redet - tut das klar und deutlich. Ich greife mal was Handfestes raus:

  • Der Ausdruck: „5 Minuten“ bedeutet für einen Mann: Fünf Minuten. Dann bitte nehmt es als Zeitvorgabe und nicht als euer undefiniertes Raum/Zeitkontinuum
  • Das Wort „Nichts!“ hat bei uns Frauen bedeutungsschwangere Varianten. Der Mann versteht „Nichts!“ Aber ihr lieben Frauen gebt ihm gerne das Gefühl : Pass auf, Freund – da ist etwas, und du solltest es schleunigst gerade biegen!“
  • Kein Wort – eher ein Laut – ein tiefes : „Seufz“. Wenn Männer seufzen, dann heißt das so viel wie: Mir geht’s gut! Ich bin satt, Fußball geht gleich los, ich hatte Sex, die Welt ist in Ordnung – prima!
    Er versteht euer Seufzen nicht als Zeichen seiner kompletten Idiotie! Also macht euch keine Hoffnung, dass er irgendwie reagiert!
  • Fataler Ausdruck: „Ok, mach!“ ( Auch gerne : "Nur zu!") Für den Jungen ist das die Aufforderung, „Prima – ich darf!!!“ Er versteht nicht,  dass ihr Mädels ihm damit die Chance gebt, irgendeine Dummheit von vorher nochmal genau und zufriedenstellend zu erklären. Ganz zu schweigen von dem Paradoxon, was sich hinter dem Frauen-„Ok, Mach!“ verbirgt: Die Ansage es besser NICHT zu tun!

Denn wenn ihr sagt: Ok, mach! – dann macht er – ihr seufzt – er denkt: alles paletti – ihr fangt dann säuerlich eine Diskussion über „NICHTS!“ an und dann wird der nächste Sex wahrscheinlich nicht länger als 5 Minuten dauern!

Also, meine Damen – überlegen – dann reden. Oder auch nicht!

And the rest, as hamlet says, is silence!

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