Kapitel 4: Wie der eine guckt

... so sieht der andere nicht!

 

Frauen überblicken – Männer übersehen. Ist es so einfach? Nicht ganz. Aber tatsächlich ist das Sehvermögen zwischen Männlein und Weiblein unterschiedlich.[1]

Er: Tunnel – Sie:  Landschaft.

Bleiben wir bei unseren Vorfahren und der Idee mit dem Mammut. Unsere Jungs da draußen sind auf der Jagd und müssen ihre Beute fokussieren – sprich, in der Entfernung nicht nur das Abendessen ausfindig machen, sondern auch Gefahren in Form von konkurrierenden Säbelzahntigern schnell erkennen und einschätzen.

Frauen dagegen mussten ihre Umgebung taxieren, auf der Suche nach Beeren und Kräutern in der vertrauten Höhlenumgebung – die Umgebung, die vorher von den Männern von allen Gefahren befreit wurde.

Außerdem mussten beim Gemüse sammeln gleichzeitig die lieben Kleinen beaufsichtigt werden, damit die nicht heimlich den Skorpion (der ja bekanntlich in der Urzeit etwas größer war) mit der Absicht ihn als Haustier zu dressieren, in die Felljacke stecken.

Das mag für manche  meiner Leser** jetzt zu einfach klingen, und deswegen kommt hier ein kleiner Ausflug in die Neuro-Wissenschaft. Alle, die mir jetzt schon glauben, können den Teil überspringen.

** ich denke dass zumindest der Teil der Bewohner aus „Perfect-Island“ jetzt erst anfangen aufmerksam zu werden. Wer ein Bewohner aus P-I  ist? Dazu später mehr.

Fakt ist: Frauen sehen Farben besser ( wohl aus der Evolution geboren, giftige Kräuter und Früchte erkennen zu können) , Männer nehmen Bewegungen und Kontraste,  eher und weitaus schneller wahr (Taxieren von potentieller Beute – Nachtsicht- Einschätzen von Geschwindigkeiten.). Sie sind weitaus effektiver beim Differenzieren von bewegten Objekten.
Das erklärt unter anderem folgendes Phänomen, das wohl beide Geschlechter aus dem Autofahr-Alltag kennen: Sie hält die Karte verkehrt rum – er überholt für IHRE ANSICHT viel zu knapp.

Beide haben auf Ihre Sichtweise recht: SIE kann sich besser orientieren wenn die Karte in Fahrtrichtung liegt – ER kann die Distanz viel besser einschätzen.

Wie wird diese Sicht nun gesteuert und kann man das trainieren?

Fiese Antwort?

Nein!

Im Laufe der Jahrtausende der Menschen ist dieses Urprinzip nicht änderbar. Unsere gesamte Performance wird durch die graue und weiße  Masse, ca. 1.250 Gramm, bestehend aus 60% Fett[2] , gebettet in Flüssigkeit, geschützt durch einen harten Knochenpanzer, bestimmt: Unser Gehirn.

Die elementaren Sinne, wie unter anderem das Sehen, sollten nicht durch Training abänderbar sein. Unsere gesamte Grundprogrammierung hat sich vor  ca. 500 Millionen Jahren im Laufe der Evolution entwickelt.

Es gibt das Stammhirn – auch „Reptilien-Gehirn“ genannt. Das steuert lebenswichtigen Bereiche wie die Atmung, die Regulation des Herzschlages, der Nahrungsaufnahme und der Darmtätigkeit- aber auch den Trieb zur Flucht oder zum Kampf oder sich zu vermehren. Sex hatte damals nicht wirklich was mit Spaß und netter Wäsche zu tun.

Im limbischen System finden wir unter den zahlreichen Regionen die Amygdala.

Die sitzt wie ein Mandelkern im Temporallappen, steuert die Emotionen – grundlegend. Da spielt sich die Sensorik für „ Oh, gefährlich“, oder „Der guckt mich doof an“ ab. Wird dann noch ein Reiz von außen zugeführt, z.B. ein Hieb oder Stich, schlägt sie Alarm und initiiert unsere Reaktion:

Flucht oder Kampf.

Bekannt als Fight or Flight Principle - findet häufig Anwendung im NLP ( Neuo-linguistic Programming)

Die Infos dazu kommen vom Thalamus, einer der mächtigsten Strukturen des Zwischenhirns , liegt  oberhalb des Hypothalamus ( hat man schon mal gehört, oder?) .

Der Thalamus wird als  „Tor zum Bewusstsein“ bezeichnet, da hier durch die Kerne erstmal alle Informationen „durchklickern“ – oder getunnelt sortiert werden. Von da gelangt dann alles zum Cortex (Großhirnrinde).

Bekommt jetzt unser Bruder Thalamus einen emotionalen Reiz, wie zum Beispiel ein lautes Geräusch, bastelt er eine grobe Zeichnung der Situation und leitet das  direkt weiter an den lateralen Amygdalakern, dem Eingang der Amygdala.

Was hat das nun mit der Sichtweise oder dem Vorgang des Sehens zu tun? Vor allem, warum haben wir noch die Höhlenmenschen-Aktivitäten in uns? Ganz einfach: Genau dieser Vorgang da oben im Kopf hat dafür gesorgt, dass ich schreiben und du mein Schreibwerk lesen kannst – es hat die Menschheit überleben lassen. Und dieser Überlebensinstinkt ist bis heute in uns verankert.

Weil wir planungsorienterte Erfahrungskraturen sind, bewerten wir Situationen nach dem Schema: Kenne ich (keine Gefahr) , kenne ich nicht (potentielle Gefahr)

Also, alles, was Unbekannt ist, birgt Gefahr – erstmal.

Da unsere Männer dieses Sehen von Distanz, Bewegung und räumlichem Vorstellungsvermögen seit Millionen von Jahren trainiert haben, könnt ihr euch, liebe Damen, fast immer beruhigt zurücklehnen, wenn euer Liebster aufs Gaspedal latscht und den LKW noch „schlupft“.

Aber auch ihr Jungs dürft euerer Frau vertrauen, wenn sie euch sagt dass die grünen Socken zum roten Schlips und cremefarbenem Anzug aussehen wie Batmans` Joker auf Koks. Und bitte, wenn sie euch beim nächsten Mal im Auto auf eure Frage, wo ihr abbiegen sollt antwortet:  "Beim nächsten Aldi rechts rein…“ – dann verzeiht ihr, dass sie eure Längen- und Breitengrad Berechnung niemals beherrschen wird und auch die Umgebung nicht in Jagd-Quadranten einteilt.

Anmerkung der Redaktion - also mir:
Dieses Thema habe ich als kleines Video aufbereitet und damit zumindest einem User bereits das Sonntagsfrühstück mit den Schwiegertieren gerettet. Ich versuche ihn zu einer beweiskräftigen Aussage zu animieren. Hier aber erstmal das Video:

 

Ich werde noch mehr meiner Kapitel auf Youtube veröffentlichen - abonnieren lohnt sich also

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[1]Studie Israel Abramov / Psychologe am Brooklyn College http://www.brooklyn.cuny.edu/web/academics/faculty/faculty_profile.jsp?faculty=482
[2] Wir klären hier noch, warum die Ernährung für unser Gehirn so wichtig ist – und Fett spielt eine große Rolle. ( Ultimativ für die Frauen mit Oberschenkelsilber: Fett reduziert Fett! Eigentests.)

Lass den Hai ins Meer